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Baum des Jahres 2017 – Die Gewöhnliche Fichte

Sie wird auch Gemeine oder uropäische Fichte genannt. Regional, vor allem in Süddeutschland und in den Alpenländern, trägt sie auch den botanisch nicht ganz korrekten Namen Rottanne. Sie ist die einzige in Deutschland natürlich vorkommende Fichtenart. Im folgenden Text wird sie daher der Einfachheit halber schlicht Fichte genannt.

Höchst kontrovers und emotional kann es zugehen, wenn von der Fichte die Rede ist. Für die einen trägt sie den unantastbaren Glorienschein des „Brotbaums der deutschen Forstwirtschaft“. Dagegengehalten wird unter anderem auch mit Sätzen wie: „Willst du den Wald bestimmt vernichten, pflanze nichts als reine Fichten!“. Es geht dabei selbstverständlich nicht um die Fichte an sich. Die ist unschuldig. Aber an ihr entzündet sich immer wieder die Frage, wie naturnah könnten unsere Wälder sein, ohne ihre Wirtschaftlichkeit zu verlieren. Dieser im Grunde schon seit über hundert Jahren ausgetragene Disput wird allerdings zunehmend überlagert von der Frage, wo und vor allem wie lange es angesichts der zunehmenden Klimaveränderung überhaupt noch einen Platz in Deutschland für die Fichte geben wird.

Baum des Jahres 2017 - Fichte

Bilder: A. Roloff

Baum des Jahres 2017 - Fichte
Baum des Jahres 2017 - Fichte

Eigentlich ist die Fichte ein Baum der Taiga. Dort, in dieser eher kalten, sogenannten borealen Vegetationszone liegt ihr natürliches Hauptverbreitungsgebiet. Von Skandinavien über die baltischen Länder bis kurz vor dem Ural prägt sie zusammen mit Birken, Aspen oder Kiefern weite Teile dieser nordischen Waldlandschaft. Folgt man der Sicht einiger Forstwissenschaftler, die die sehr ähnliche, weiter östlich sich anschließende Sibirische Fichte lediglich als eine Unterart der Gewöhnlichen Fichte ansehen, dann reicht ihr Verbreitungsgebiet sogar bis an den Pazifik im Fernen Osten Russlands

Weiter südlich – in der gemäßigten, also wärmeren Vegetationszone – ist das natürliche Vorkommen der Fichte auf die eher kühlen Standorte beschränkt. Nur dort kann sie sich gegen die starke Konkurrenz der in dieser Zone vorherrschenden Laubbäume dauerhaft behaupten. Hier bei uns in Deutschland sind das vor allem die höheren Lagen der süd- und ostdeutschen Mittelgebirge und der Alpen, wo sie zusammen mit Buchen und Weiß-Tannen die Bergwälder prägt. Oberhalb von 1000 m und bis zur Waldgrenze bildet sie oft natürliche Reinbestände. Weiter östlich im kontinentaleren Europa jenseits der Oder kommt die Fichte auch in tieferen Lagen oder gar im Flachland zurecht. Bei uns in Deutschland ist sie nur auf ganz wenigen tief liegenden Standorten, in naßkalten Senken und an Rändern von Hochmooren, zu Hause.

Mit anderen Worten: Es gibt nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen die Fichte von Natur aus wirklich heimisch ist. Sie wäre – ohne Zutun des Menschen – eher eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaumart, die es in den allermeisten Bundesländern gar nicht gäbe. Tatsächlich aber ist sie heute die zahlenmäßig stärkste Baumart in Deutschland. Sie ist in allen Bundesländern anzutreffen. Besonders hoch ist ihr Anteil in Bayern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Baum des Jahres 2017 - Fichte

Bild: G. Mackenthun

Old Tjikko 2008 ging die sensationelle Meldung um die Welt, dass in Schweden eine 9550, in Worten: neuntausendfünfhundertfünfzig Jahre alte Fichte stehe. Dieser nur etwa fünf Meter hohe Baum – liebevoll Old Tjikko genannt - wächst in einer kargen, unwirtlichen Hochebene in der Provinz Darlana. Tatsächlich ist er – auch von den Entdeckern selbst grob geschätzt – nur einige hundert Jahre alt. Im Boden unter dieser Fichte wurden aber mehrere abgestorbene Wurzelholzreste gefunden, von denen das älteste tatsächlich ein messbares Alter von knapp zehntausend Jahren hatte. Doch ob Old Tjikko aus diesem im Boden gefundenen Holz hervorgegangen ist, das ist bislang lediglich eine Annahme der Entdecker und wurde durch nichts – auch nicht durch einen DNA-Test – belegt.

Ergänzende Informationen:
  • Die Fichte ist eine lange bekannte Heilpflanze.

    Wer heute krank ist, der geht zum Arzt. Die heilende oder lindernde Wirkung der Fichte ist deswegen vielen nicht mehr geläufig. Die Fichte wird in der Küche jedoch gerade wieder entdeckt. Es finden sich im Internet immer mehr Rezepte, in denen die jungen Fichtentriebe zur Geltung kommen. Das liegt an ihrem intensiven Geschmack sowie der Trend seit langem in die Richtung geht, raffiniert zu kochen. Auch unübliche oder unscheinbare Zutaten aus heimischen Wäldern werden entdeckt.

  • Äußerlich hilft die Fichte als Badesalz oder auf andere Weise bei der Linderung von Rheuma, Krampfadern, Ekzemen, Gicht oder Akne. Beim Inhalieren, als Tee oder Sirup kann die Fichte Entzündungen im Hals oder der Rachenraum, Husten, Grippe oder Bronchitis lindern. Mit dem Vitamin C werden die Abwehrkräfte gesteigert. Die Fichte hat eine schweißtreibende Wirkung. Für die innere Einnahme sind vor allem die frischen Maitriebe interessant, die eben im Mai geerntet werden können.

Quelle: www.baum-des-jahres.de

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